Vorschau

 

 
Ab 26.7.2018
Frankreich 2017
90 min.FSK 12
Drehbuch & Regie
Fabrice Eboué
Darsteller
Fabrice Eboué
Audrey Lamy
Ramzy Bedia
Verleih
Neue Visionen

Ein Lied in Gottes Ohr

Gehen ein Priester, ein Rabbi und ein Imam in eine Bar... Nicolas (Fabrice Eboué) arbeitet bei einer Plattenfirma und braucht dringend einen Erfolg, denn ihm sitzt die Konzernchefin im Nacken. Gemeinsam mit seiner quirligen und umtriebigen Assistentin (Audrey Lamy) ist er auf der Suche nach Talenten, doch eine Katastrophe jagt die nächste. Eines Nachts erfährt Nicolas in einem Club eine drogeninduzierte Erleuchtung: er sieht eine religiöse Popband aus drei singenden Geistlichen. Ein Priester, Ein Rabbi und ein Imam sollen in Zeiten der großen Religionszwis0ad te eine Bastion der Toleranz bilden – und ordentlich Geld in die Kassen spielen. Er findet drei 0mehr oder weniger – passende Kandidaten und gründet das Pop0adTrio „Coexister“. Doch ganz schaffen es die tanzenden Gebetsmänner nicht, die Kanzel von der Bühne zu lassen, und die Situation eskaliert. Nun müssen die Drei sich zusammenraufen und das praktizieren, was sie predigen... Toleranz und Freundschaft. Spritzige ReligionadClashadComedy, die den Zeitgeist aufgreift und einen der dominantesten Konflikte der modernen Gesellschaft mit einem der versöhnendsten Gewohnheiten der Menschheit in etwas Gutes zu transformieren versucht – mit Humor
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Ab 2.8.2018
USA 2017
112 min.FSK 12
Regie
Wim Wenders
Drehbuch
Erin Dignam
Darsteller
James McAvoy
Alicia Vikander
Alexander Siddig
Verleih
Warner Bros.

Grenzenlos

Der neue Wenders ist da: eine abenteuerliche Romanze mit Alicia Vikander und James McAvoy nach der Romanvorlage von J.M.Ledgards Danielle Flinders und James More laufen sich in einem Luxushotel an der französi­ schen Atlantikküste zufällig über den Weg. Sie (Alicia Vikander, „The Danish Girl“, oscarprämierte Nebenrolle) ist Ozeanografin und begibt sich bald auf Expeditionsreise in die Tiefen des Ozeans. Er (James McAvoy, „Die Chroniken von Narnia“) ist schotti­scher Spion und bereitet sich auf eine gefährliche Mission in Somalia vor, welche strenger Geheimhaltung unterliegt. Doch bis zu beider Abreise genießen sie die we­nigen Tage, die ihnen gemeinsam bleiben, und verabreden sich nach getaner Arbeit wiederzutreffen. Von da an beginnen zwei in sich verwobene Erzählstränge. James wird in Somalia von Dschihadisten gekidnappt und in eine kleine Zelle gesperrt. Da­nielle wartet derweil auf die versprochene Nachricht von James. Ohne zu wissen, was mit ihm passiert ist, ob er sie versetzt hat, bereitet Danielle den Tauchgang zum Grund des Ozeans vor. Tausende Kilometer voneinander entfernt, finden sich die bei­ den in einer sehr ähnlichen Situation wieder: Eingesperrt auf engstem Raum, abge­ schnitten von der Außenwelt und immer in Hoffnung auf ein Wiedersehen.
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Ab 2.8.2018
Italien 2018
105 min.FSK 6
Drehbuch & Regie
Gabriele Muccino
Darsteller
Stefano Accorsi
Carolina Crescentini
Elena Cucci
Verleih
Wild Bunch

Zuhause ist es am schönsten

Gabriele Muccino inszeniert ein radikales Familien- portrait in paradiesischen Farben Alba (Stefania Sandrelli) und Pietro (Ivano Marescotti) wollen Goldene Hochzeit feiern und laden die komplette Familie in ihr wunderschönes Haus auf Ischia ein. Doch in ihrer Vorfreude haben sie das Temperament ihrer Familie unterschätzt: Ihr Sohn Carlo (Pierfrancesco Favino) muss die Eifersucht seiner Frau Ginevra (Carolina Crescentini) ertragen, die große Szenen macht, weil auch seine Ex (Valeria Solarino) zum Fest geladen ist. Schwiegersohn Diego (Giampaolo Morelli) denkt ständig an seine Ge­ liebte in Paris, während seine arglose Frau Sara (Sabrina Impacciatore) ihn mit allen Mitteln zu bezirzen versucht. Und Albas bindungsscheuer Lieblingssohn Paolo (Stefa­ no Accorsi) flüchtet sich in eine romantische Affäre mit seiner reizenden Cousine Isabella (Elena Cucci). Während Alba die Idylle aufrechtzuerhalten sucht, kann Pietro es kaum erwarten, bis die verrückte Verwandtschaft mit der Fähre wieder verschwindet. Als dann ein Sturm über die Insel fegt und die illustre Gesellschaft an der Abreise hin­ dert, ist das Chaos perfekt. Alte Geschichten, neue Liebe, Eifersüchteleien und Sehnsüchte schwappen mit voller Wucht aus jedem heraus und verwandeln die paradiesi­ sche Insel in ein Labyrinth der Leidenschaft. (Verleihtext)
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Ab 2.8.2018
USA 2018
0 min.FSK 12
Drehbuch & Regie
Christopher McQuarrie
Darsteller
Tom Cruise
Rebecca Ferguson
Henry Cavill
Verleih
Paramount Pictures

Mission: Impossible

Fallout

Super-Agent Ethan Hunt auf seiner unmöglichsten Mission Die letzte Mission war für Ethan Hunt (Tom Cruise) und seine Impossible Mission Force im wahrsten Sinne unmöglich. Nach einem verheernd ge­ scheiterten Auftrag fühlt sich Hunt von seinem Auftraggeber hintergangen und muss sich mit den gravierenden Konsequenzen seiner letzten Taten auseinandersetzen. Um eine globale Katastrophe zu verhindern, nimmt Hunt die Mission in seine eigene Hand, und bald beginnt das CIA an seiner Loyalität zu zweifeln... Vor wahnsinnigen 22 Jahren verteilte Tom Cruise seine erste Backpfeife im Mission Impossible­Universum, und prügelte, sprengte und spionierte sich durch fünf Teile der Kult­Actionreihe. In seinem sechsten Abenteuer muss er mit vielen seiner alten Mitstreiter (Simon Pegg, Alec Baldwin, Rebecca Ferguson) nochmal richtig in die Eisen steigen, um nicht weniger als den nuklearen Weltuntergang zu verhindern. Funfact: Eine besondere Szene, in der Cruise einen spektakulären Sprung aus einem Flugzeug vollführt, sollte genau zu Sonnenuntergang in Szene gesetzt werden, weshalb er jeden Tag nur einmal gedreht werden konnte. Zuletzt war das Ergebnis von 106 Drehtagen genau drei perfekte Shots.
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Ab 2.8.2018
Ghana, Österreich 2018
92 min.FSK 6
Regie
Florian Weigensamer, Christian Krönes
Drehbuch
Florian Weigensamer, Roland Schrotthofer
Verleih
Camino Filmverleih

Welcome to Sodom

Dein Smartphone ist schon hier

Der Dokumentarfilm lässt die Zuschauer hinter die Kulissen von Europas größter Müllhalde mitten in Afrika blicken und portraitiert die Verlierer der digitalen Revolution. Dabei stehen nicht die Mechanismen des ille­galen Elektroschrotthandels im Vordergrund, sondern die Lebens­umstände und Schicksale von Menschen, die am untersten Ende der globalen Wertschöpfungskette stehen. Die Müllhalde von Agbogblos­hie wird höchstwahrscheinlich auch letzte Destination für die Tablets, Smartphones und Computer sein, die wir morgen kaufen! (Verleihtext)
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Ab 9.8.2018
Deutschland, Israel, Frankreich 2017
93 min.FSK 12
Drehbuch & Regie
Eran Riklis
Darsteller
Neta Riskin
Golshifteh Farahani
Doraid Liddawi
Verleih
NFP

Aus nächster Distanz

Nach zwei Jahren Auszeit wird Mossad Agentin Naomi (Neta Riskin, „Anderswo“) reaktiviert. In einer Hamburger Wohnung soll sie die libanesische Informantin Mona (Golshifteh Farahani, „Paterson“) überwachen und beschützen. Die von der Hisbollah gejagte Frau erholt sich dort von einer Gesichtsoperation, die ihr ein neues Leben in Frieden ermöglichen soll. Doch die beiden Frauen sind gequälte Seelen eines lang währenden Krieges und ihr Schmerz und ihre Vorurteile scheinen ein Miteinander unmöglich zu machen. Bis der harte Panzer der erzwungen Wohn­ gemeinschaft aufbricht und sich geteilte Sehnsüchte offenbaren. Mit klarem, unparteiischem Blick nähert sich „Aus nächster Distanz“ einem komplexen, undurchsichtigen, langanhalten­den Problem und sucht mit seinem reduzierten Wohnexperi­ments nach Lösungsansätzen. Der Nahostkonflikt in neuen Perspektiven ist ein wiederkehrendes Motiv des israelischen Filmemachers Eran Riklis („Lemon Tree“). Genau wie den beiden Protagonistinnen seiner Geschichte scheint auch ihn die Sehnsucht nach Frieden anzutreiben. Für dieses Ziel greift er in diesem Film auch mal zu radikaleren Mitteln wie überspitzte Paranoia oder sexuelle Anziehung. Das sind aber nur Spannungszugeständnisse in einem ansonsten sehr aufopferungsvollen, durchdachten Kammerspiel mit zwei tollen Schauspielerinnen.
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Ab 9.8.2018
USA 2017
93 min.FSK 16
Drehbuch & Regie
Cory Finley
Darsteller
Olivia Cooke
Anya Taylor-Joy
Anton Yelchin
Verleih
Universal

Vollblüter

Reiche Kids mit dunkler Seite. Zwei garstige Biester suchen einen Mörder für den ungeliebten Stiefvater. Elegant, bitterbös-unterhaltende Satire. Amanda (Olivia Cooke, „Ready Player One“) fühlt nichts, Lily (Anya Taylor­Joy, „Split“) dafür alles. Die beiden privilegierten Vorstadtteenager waren bis zum Tod von Lilys Vater beste Freundinnen, haben sich dann entfremdet, nur um sich nun (der ergänzenden Stimmungslagen halber) wieder anzunähern. Außerdem hat Lily ein Problem: ihr Stiefvater plagt sich mit dem komplizierten, überempfindsamen Mädchen und würde sie gerne in ein Internat für Schwererziehbare stecken. Amanda hat die Lösung: einfach umbringen den Alten. Aber das will gut geplant sein und möglichst ohne sich die Hände schmutzig zu machen. Der Kleinganove Tim (Anton Yelchin, „Green Room“ in seiner letzten Rolle) könnte da helfen. „Vollblüter“ ist nicht nur ein smart geplotteter Thriller über zwei sinistere Vorstadtbiester und ihre bösen Taten, sondern auch ein doppelbödiges Charakterdrama, sowie ein bewunderndes, gleichsam verstörendes Generationenportrait, das dank rabenschwarzen Humors und präziser Darsteller auch fantastisch unterhält. Die ambitionierte Inszenierung des Newcomers Cory Finley überzeugt derweil mit leidenschaftlichem Handwerk und Erzählkunst.
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Ab 9.8.2018
Israel, USA 2018
80 min.FSK 0
Drehbuch & Regie
Alison Chernick
Darsteller
Itzak Perlman
Verleih
Arsenal Filmverleih

Itzak Perlman

Ein Leben für die Musik

Manche Menschen betreten einen Raum, und es ist, als ob die Sonne aufginge. So sehen viele seiner Wegbegleiter Itzhak Perlman, den Virtuosen an der Violine. Als Sohn polnischer Imigranten in Israel geboren, erkrankt er mit vier Jahren an Polio und überlebt. Seine Fähig­keit ohne Gehilfen zu laufen, wird er nie wiedererlangen, doch sein Lebensgeist bleibt ungetrübt. Er beginnt seine Violinenausbildung mit fünf Jahren und wechselt mit dreizehn an die New Yorker Juilliard School, um sein Spiel zu perfektionieren. Seine Liebe zur Musik treibt ihn immer wieder an, sich den Widrigkeiten, die er in der Ausbildung aufgrund seiner körperlichen Beeinträchtigung erfährt, entgegenzu­setzen. So wird er zu dem Ausnahmemusiker und Menschen, der heute von so Vielen verehrt und bewundert wird. Alison Chernick portraitiert einen charmanten, warmherzigen Mann, der vor Humor, Leben und Liebe nur so strotzt. Er und seine hinge­bungsvolle Frau, mit der er seit 50 Jahren verheiratet ist, widmen sich heute der Förderung junger Musiker. Chernick versucht den Mann hinter der Selbstironie, der Zartheit des vibrierenden Violinenspiels, dem gesellschaftlichen Engagement, zu entschlüsseln. Herausge­kommen ist das intime Bild eines der bekanntesten und vielseitigsten Musiker und Menschen, der nicht nur mit seinem Spiel, sondern auch mit seinem Wesen verzaubert. Absolut sehenswert!
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Ab 16.8.2018
Frankreich 2017
105 min.FSK 0
Regie
Philippe Le Guay
Drehbuch
Olivier Dazat, Philippe Le Guay
Darsteller
François Cluzet
Toby Jones
François-Xavier Demaison
Verleih
Concorde

Ein Dorf zieht blank

Regisseur Philippe Le Guay wirft einen humorvollen Blick in die französische Seele. Bürgermeister Georges Balbuzard (François Cluzet) ist mit seinem Latein am Ende. Die Landwirtschaftskrise hat auch die Bauern in seinem beschaulichen Dorf Mêle­sur-­Sarthe in der Normandie erreicht. Doch ihre zahlreichen Proteste er­ wecken weder das Interesse der Verantwortlichen in Rouen noch in Paris. Also beschließt Balbuzard die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Er weiß nur noch nicht so recht wie. Als zufällig der berühmte Fotokünstler Blake Newman (Toby Jones) nach Mêle­sur­-Sarthe kommt, scheinen alle Probleme gelöst und die nötige Aufmerksamkeit garantiert. Denn Newman möchte ausgerechnet hier sein neues spektakuläres Fotoprojekt realisieren und sogar die Bauern miteinbeziehen. Wäre da nicht noch eine Kleinigkeit, von der Bürgermeister Balbuzard noch alle über­ zeugen muss: Die Bauern sollen sich für das Foto ausziehen... (Verleihtext)
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Ab 16.8.2018
USA 2018
115 min.FSK 12
Regie
Gus Van Sant
Drehbuch
John Callahan, Gus Van Sant
Darsteller
Joaquin Phoenix
Jonah Hill
Rooney Mara
Jack Black
Verleih
NFP

Don't worry, weglaufen geht nicht

Joaquim Phoenix spielt den Karikaturisten John Callahan, der seine künstlerische Ambition nach einer dauerhaften Lähmung im Alter von 21 fand. Erzählt wird sein bewegtes Leben von „Good Will Huntung“ Regisseur Gus Van Sant. John Callahan war ein erfolgreicher US-Cartoonist der mit seinen groben, oft makabren Karikaturen über menschliche Makel zu Ruhm kam. Sein grundehrlicher Blick und Humor rühren aus einem bewegten Leben, das ihn in den Rollstuhl brachte, zum Trinker machte und schließlich wieder trockenlegte. Wie es zu alldem kam, erzählt der gleichsam etablierte Filmemacher Gus Van Sant („Good Will Hunting“, „Milk“) in seiner Tragikomödie aus dem echten Leben. Dank Schauspielchamäleon Joaquim Phoenix („A beautiful Day“) und Allstar Besetzung, gerät die Berg und Talfahrt des John Callahan zum launigen Feel-Good-Trip.
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Ab 16.8.2018
Deutschland 2018
91 min.FSK 16
Regie
Jakob Lass
Drehbuch
Jane Ainscough
Darsteller
Niklas Bruhn
Martina Schöne-Radunski
David Schütter
Verleih
DCM Filmdistribution

So was von da

Hamburg, Reeperbahn, durchzechte Nächte! Drama nach dem gleichnamigen Roman von Tino Hanekamp. Am Leben vorbeigefeiert könnte man sagen. Oskar Wrobel (Niklas Bruhn) ist 31, hat einen Club irgendwo auf der Reeperbahn. Feiert tag­ ein, tagaus, und vergisst dabei ganz nebenbei Rechnungen zu begleichen. Nun ist auch noch Silvester. Die größte Party des Jahres steht vor der Tür, und sein Laden kurz vor der Schließung, aus besagten Gründen. Seine Freunde sind ebenso alle durchge­ knallt, und haben die ein oder andere Depression zu durchleben. Man hilft sich, quatscht sich aus. Schöne Menschen wie Rocky (Mathias Bloech) etwa, Nina (Martina Schöne­Radunski) oder Elvis (Bela B.) sind am Start. Alles könnte so nett sein, wäre da nicht dieser Typ, ein Ex­-Zuhälter gespielt von Kalle Schwensen, der Oskar unermüdlich an ausstehende Zahlungen erinnert. Genau wie bei seinen Filmen „Love Steaks“ (2013) und „Tiger Girl“ (2017) folgte Jakob Lass auch in „So was von da“ wieder dem Prinzip der Improvisation. Dafür organisierte er ein paar echte Partys in real existierenden Hamburger Clubs, in denen er seine Schauspieler die Handlung der Buchvorlage ausagieren ließ. Wichtig war ihm dabei nicht, dass die Akteure die Dialoge aus dem Roman eins zu eins übernahmen oder Drehbuchzeilen auswendig lernten, sondern dass sie den Geist der Vorlage durch ein Wiedergeben des Inhaltes in eigenen Worten glaub­ haft machten. „So was von da“ basiert auf dem (fast) gleichnami­gen Buch „Sowas von da“, das der deutsche (Musik­)Journalist und Autor Tino Hanekamp 2011 veröffentlichte. Tino Hanekamp leitete bis 2011 selbst einen Musik­Club in Hamburg, der geschlossen wurde.
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Ab 23.8.2018
USA 2018
128 min.FSK 6
Regie
Spike Lee
Drehbuch
Charlie Wachtel, David Rabinowitz, Spike Lee
Darsteller
John David Washington
Adam Driver
Laura Harrier
Verleih
Universal

BlacKkKlansman

Funk und Fun und nieder mit dem Ku-Klux-Klan Die frühen ´70er Jahre waren eine Zeit des gewaltigen Aufbegehrens vieler gesellschaftlich und politisch benachteiligter Gruppen. In dieser umtriebigen Zeit ereignete sich eine Geschichte, die eigentlich zu absurd ist, um wahr zu sein… der junge Polizist Ron Stallworth (John David Washington, Sohn von zweifach-Oscarpreisträgers Denzel Washington) ist der erste afro-amerikanische Kriminalbeamte im Revier von Colorado Springs. Schnell hat er genug davon, immer nur undercover das Black-Power-Movement zu bespitzeln. Auf eigene Faust ruft er einfach mal beim Ku-Klux-Klan an und gibt sich als lupenreiner Muster-Rassist aus. Er wird tatsächlich aufgenommen, und kommt so an Informationen aus der Mitte der faschistoiden Vereinigung. Als die Beziehungen immer intensiver werden, und es darum geht an Insiderinformationen aus erster Hand zu gelangen, wird Ron klar, dass man ihm von Angesicht zu Angesicht den Proto-White-Supremacist wohl schwerlich abnehmen würde, und so muss sein jüdischer Kollege Flip Zimmerman (Adam Driver, „Paterson“, „Star Wars:Die letzten Jedi“) sich als Parade-Fascho ausgeben. Der Plan geht auf, und es scheint wirklich so, als ob der Zirkel einen terroristischen Anschlag vorbereitet. Doch mit zunehmendem Erfolg der Mission, ist Ron doch just in den Dunstkreis des Grand Wizards des KKK, David Duke (Topher Grace, „Die wilden Siebziger“), aufgestiegen, steigt auch das andauernd schwelende Risiko aufzufliegen… Spike Lee präsentiert mit „BlacKkKlansman“ eine äußerst unterhaltsames Stück Gesellschaftskritik. Denn durch die wohlplatzierten Gags und den Retrocharme der funky 70ies scheint immer wieder die beängstigende Aktualität der unversöhnlichen Fremdenfeindlichkeit einer Ideologie, die auf stereotype Ausgrenzung und Diskriminierung setzt, und die Nöte benachteiligter Gruppen zum eigenen Vorteil gegeneinander ausspielt. Dieses noch immer relevante Thema kann das Spitzenteam um die „Get Out“-Macher modern und frisch in eine Polit-Comedy übertragen, bei der lachen und schweres Schlucken oft nah beieinander liegen. Spannend!
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Ab 23.8.2018
Deutschland 2018
127 min.FSK 0
Regie
Andreas Dresen
Drehbuch
Laila Stieler
Darsteller
Alexander Scheer
Anna Unterberger
Axel Prahl
Verleih
Pandora Filmverleih

Gundermann

Biopic über den melancholischen Liedermacher aus dem Lausitzer Braunkohlerevier Gerhard Gundermann (Alexander Scheer, „Sonnenallee“, „Der junge Karl Marx“) ist ein gegensätzlicher Charakter und doch Idol vieler, denen er mit seinen verträumten, oft sozial-realistischem Liedgut über Nachwende-Tristesse, Leben, Lieben und den Tod, aus der Seele spricht. Mit zwölf kommt er in die Lausitz, und geht erstmal auf die Offiziershochschule, von der er exmatrikuliert wird, weil er sich weigert ein Loblied auf seinen General zu singen. Diese Sperrigkeit wird Gundermann sein Leben lang mit sich tragen und daraus eben jene melancholische Widerständigkeit schöpfen, die ihn bekannt und geliebt machte. Auch das dunkle Kapitel seines Lebens, seine Stasi-Tätigkeit in den späten 80ern und frühen 90ern, von der er wegen „prinzipieller Eigenwilligkeit“ entlassen wurde, verarbeitete er in seiner Musik. Der „singende Baggerfahrer“, der Zeit seines Lebens nicht rauchte und nicht trank, starb in den späten 90ern mit nur 43 Jahren an einem Schlaganfall. Gerhard Gundermann ist ein Charakter wie gemacht für Regisseur Andreas Dresen, der es schafft, das besondere im Gewöhnlichen für jeden greifbar zu machen und uns den Menschen hinter den Handlungen zu öffnen. Und so werden wir auch mit den Schattenseiten eines Gerhard Gundermann versöhnt, der so vielen Menschen aus den alten Braunkohlerevieren und ihrem Verlorensein nach der Wende eine Stimme gab. Ein gut beobachtetes Denkmal für einen stillen Helden.
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Ab 23.8.2018
Frankreich 2017
93 min.
Drehbuch & Regie
Xavier Legrand
Darsteller
Léa Drucker
Denis Ménochet
Thomas Gioria
Verleih
Weltkino

Nach dem Urteil

Miriam ist fassungslos, als das Gericht ihrem unbere­chenbaren Ex-­Mann Antoine das Besuchsrecht für den gemeinsamen Sohn Julien zuspricht. Von nun an soll der 11­Jährige jedes zweite Wochenende bei seinem Vater verbringen. Die Besuche bei Antoine werden für Julien zur Tortur. Während Miriam daheim krank vor Sorge wartet, setzt Julien alles daran, seinen um An­ näherung bemühten Vater nicht zu provozieren. Aber ist Antoine wirklich ein Pulverfass? Mit seiner bedrohlichen Intensität zieht Xavier Le­ grands ergreifender Beziehungsthriller den Zuschauer völlig in seinen Bann. Das Spielfilmdebüt des oscarno­minierten® Regisseurs besticht durch die grandiosen Leistungen seiner Hauptdarsteller Léa Drucker, Denis Ménochet und allen voran Nachwuchstalent Thomas Gioria, der seiner Figur eine berührende Verletzlichkeit verleiht. Der weltweite Festivalerfolg gewann zahl­reiche Filmpreise, darunter den Silbernen Löwen für die Beste Regie bei den Internationalen Filmfest­ spielen von Venedig... (Verleihtext)
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Ab 23.8.2018
Frankreich 2016
113 min.
Regie
Karim Moussaoui
Drehbuch
Maud Ameline, Karim Moussaoui
Darsteller
Mohamed Djouhri
Mehdi Ramdani
Hania Amar
Verleih
missingFilms

Warten auf Schwalben

Algerien ganz nah: berührendes Drama über drei miteinander kollidierende Leben. Ein reicher Bauunternehmer, eine junge Frau und ein aufstrebender Neurologe – drei Geschichten, die eng miteinander verwoben sind und in der heutigen Gesellschaft Algeriens spielen, die zehn Jahre nach dem Bürgerkrieg immer noch tief gespalten ist. So traut der Projektentwickler Mourad (Mohamed Djouhri) seinen Augen nicht, als er eine brutale Schlägerei mit ansehen muss. Doch er unternimmt nichts, ruft nicht die Polizei, hat Gewissensbisse. Und da ist die junge Aïcha (Hania Amar), die zu ihrer Hoch­ zeit gefahren wird. Djabil (Mehdi Ramdani), dem Fahrer, der auch Mourads Fahrer ist, erzählt sie auf dem Weg ein Geheimnis. Heiraten will auch der Neurologe Dahman (Hassan Kachach). Als ihm eine Beförderung versagt bleibt und der Verdacht aufkommt, Dahman habe während des Bürgerkrieges eine Frau vergewaltigt, stürzt sein Leben ins Chaos. Der Regisseur Karim Moussaoui zeigt uns Armutsquar­tiere und Apartments der Oberklasse, die Gegensätze von Stadt und Land, von Moderne und Tradition, die nicht größer sein könnten. Die drei Geschichten sind brüchig wie die algerische Gesellschaft. Die Wunden sind noch nicht geheilt. Seine Premiere feierte das Drama „Warten auf Schwal­ ben“ auf dem 70. Filmfestival von Cannes in der Reihe Un Certain Regard.
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Ab 30.8.2018
Deutschland 2018
103 min.FSK 12
Regie
Detlev Buck
Drehbuch
Cüneyt Kaya, Constantin Lieb, Detlev Buck
Darsteller
Samuel Schneider
Ella Rumpf
Jannis Niewöhner
Verleih
Constantin Film

Asphaltgorillas

Von Schirachs Bestseller im Neonlicht der Berliner Unterwelt Nehmen Sie eine nüchterne Kriminalgeschichte nach wahren Tatsachen, mischen Sie sie mit einem guten Schuss Deutschrap, ein paar Spritzern unverbrauchter Talente, gut schütteln, auf der hitzigen Atmosphäre hungriger Berliner Nächte anrichten und mit einem Schirmchen Selbstironie garnieren...voilá! Atris (Samuel Schneider, „Die Puppenspieler“) ist Handlanger von Unterweltboss El Keitar (Kida Khodr Ramadan, „4 Blocks“ dreifach mit dem deutschen Fernsehpreis ausgezeichnete Milieu-Drama-Serie), aber will sich die Hände nicht mehr für Kleingeld schmutzig machen. Als sein alter Kumpel Frank (Jannis Niehwöhner, „Jugend ohne Gott“) im Lamborghini vorfährt, wittern die beiden das große Geschäft mit einer sicheren Falschgeldnummer. Doch es kommt ja bekanntlich erstens anders, und zweitens, als man denkt. Die selbstbewusste Diebin Marie (Ella Rumpf, „Tiger Girl“, „Raw“) knallt in diese geladene Situation wie eine zusätzliche Tonne TNT, und am Ende der Nacht weiß niemand mehr, wo das Geld ist, welches überhaupt das echte ist, wer auf welcher Seite steht, oder wie Atris es schaffen soll lebend aus dieser Nummer herauszukommen. Detlev Buck hat bei verschiedensten Projekten eindrucksvoll bewiesen, dass er nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera brilliert. Von Familienunterhaltung wie „Bibi & Tina“, über Romanverfilmungen wie „Die Vermessung der Welt“ und Komödien wie „Rubbeldiekatz“, bis zu schonungslosen Dramen wie „Knallhart“, das mit Jenny Elvers-Elbertzhagen und einem jungen David Kross in den Hauptrollen viel Anerkennung erntete. In „Asphaltgorillas“ setzt er sich hohe Ziele, Elemente großer Vorbilder von Ikonen der schrulligen und ur-lässigen Ganoven-Comedy wie Guy Ritchie sind unübersehbar. Berliner Clan-Kriege, deutscher Trash-Adel wie Stefanie Giesinger und SSIO, ein wummernder Soundtrack und das mitreißende Tempo lassen den Puls steigen...Viel Spaß!
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Ab 30.8.2018
Deutschland 2018
117 min.FSK 0
Regie
Florian Gallenberger
Drehbuch
Gernot Gricksch, Florian Gallenberger
Darsteller
Elmar Wepper
Emma Bading
Monika Baumgartner
Verleih
Majestic-Filmverleih

Grüner wird's nicht sagte der Gärtner und flog davon

Feinfühlig erzählte die Komödie von unerfüllten Träumen, mutigen Entscheidungen und der außergewöhnlichen Kraft des Herzens, die es erfordert, große Hürden zu überwinden. Schorsch ist Gärtner in einer bayerischen Kleinstadt und schuftet täg­lich in seinem Betrieb, der kurz vor der Pleite steht. Er redet nicht gern und auch nicht viel. Hat er nie. Die Ehe mit seiner Frau ist längst ent­ zaubert und zu allem Überfluss möchte seine Tochter jetzt auch noch an die Kunstakademie. „Ein solcher Schmarrn!“ ist alles, was Schorsch dazu einfällt. Nur über den Wolken, in seinem klapprigen Propeller­ Flugzeug, einer alten Kiebitz, fühlt sich Schorsch wirklich frei. Doch dann missfällt dem Chef des lokalen Golfplatzes, den Schorsch angelegt hat, der Grünton des Rasens und Schorsch bleibt auf seiner Rechnung sitzen. Als der Gerichtsvollzieher kurz darauf sein geliebtes Flugzeug pfänden will, setzt sich Schorsch in die Kiebitz, packt den Steuerknüppel und fliegt einfach davon. Ohne zu wissen, wohin. Es beginnt eine Reise, die ihn an ungekannte Orte führt, voller skurriler und besonderer Begegnungen – und mit jedem Start und jeder Lan­ dung öffnet der Gärtner ganz langsam sein Herz wieder für das, was man eine Ahnung von Glück nennt... (Verleihtext)
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