Programm zu den 4. Afrika-Filmtagen vom 19.09. bis 29.09.2019

 

Fokus: Politische Fluchtursachen

Zu allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei 

Ab 19.9.2019
Ghana, USA 2018
75 min.
Drehbuch & Regie
Sam Blitz Bazawule
Darsteller
Joseph Otsiman
Cynthia Dankwa
Kobina Amissah Sam

Burial Of Kojo

Mit einem magisch-realistischen Blick und inspiriert von einer Reihe bizarrer Träume, erzählt Esi in THE BURIAL OF KOJO von ihrer Kindheit und der turbulenten Beziehung zwischen ihrem Vater Kojo und ihrem Onkel Kwabena. So erinnert sich Esi an einen tragischen Unfall, den ihr Vater verschuldete und bei dem die Verlobte Kwabenas an ihrem Hochzeitstag ums Leben kam. Noch Jahre später sinnt Kwabena weiterhin auf Rache. Als Kojo schließlich verschwindet und die Polizei ihn nicht finden kann, begibt Esi sich auf eine rätselhafte Reise, um ihren Vater zu retten. Der Regisseur ist unter dem Namen „Blitz the Ambassador“ bislang vor allem als Hiphop-Künstler bekannt, erhielt für seinen mit Mini-Budget und Laien-Darstellern gedrehten ersten Spielfilm jedoch auch schon mehrere Auszeichnungen bei internationalen Festivals von New York bis Luxor.
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Donnerstag, 19.09.2019 - 18:00 Uhr // Originalversion mit englischem Untertitel
Ab 20.9.2019
Belgien, Niederlande, Südafrika 2018
85 min.
Drehbuch & Regie
Rehad Desai

Everything Must Fall

mit Gast: Rehad Desai

Als südafrikanische Universitäten 2015 ihre Gebühren erhöhten, kam es zu zunächst friedlichen Protesten an der „University of the Witwatersrand“ („Wits“). „Fees must fall“ – „Weg mit den Gebühren“ wurde zum Schlachtruf aller, die der ärmeren schwarzen Bevölkerung eine angemessene Bildung zukommen lassen wollten. Vier prominente Studentenführer berichten, wie die Situation eskalierte, als der Vizekanzler der Universität Adam Habib, ehemals Anti-Apartheid-Aktivist, 1000 Polizisten auf den Campus rief. Die Folge waren landesweite Auseinandersetzungen, die zu drei Toten und 800 Verletzten führten. Regisseur Rehad Desai ist mit seiner Kamera stets mitten im Geschehen und dokumentiert den mutigen Versuch der Student*innen hautnah, traditionelle Machtverhältnisse und grundlegende soziale Ungleichheiten zu überwinden und wurde dafür in Südafrika und international bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet
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Freitag, 20.09.2019 - 20:00 Uhr // Originalversion mit deutschem Untertitel
Ab 21.9.2019
Frankreich, Mali 2018
54 min.
Drehbuch & Regie
Kassim Sanogo

Gao, Resistance of a People

mit Gästen: Dani Kouyaté und Grégoire Paultre Negel

Anfang 2012 wurde die nordmalische Stadt Gao von dschihadistischen Gruppen besetzt. Mit Waffengewalt forderten sie die Einführung der Scharia und die Teilung des Landes. Während einige in Gao sich mit den Separatisten verbündeten, organisierten andere erbitterten Widerstand gegen die Besatzer. Sie formten Bürgerwehren und Nachtwachen zum Schutze ihrer Familien, organisierten Demonstrationen und klandestine Treffen und konnten die Islamisten letztlich aus Gao vertreiben. Um zu erfahren, wie dieser Widerstand konkret aussah, reiste der Filmemacher Kassim Sanogo nach Gao und sammelte Handy-Aufnahmen aus der Zeit und Interviews mit direkt Beteiligten. Darin kommen nicht nur Widerstands-KämpferInnen und der Ältestenrat der Stadt zu Wort, sondern auch BürgerInnen, die ihre Kollaboration mit den Dschihadisten und deren Vertreibung Revue passieren lassen.
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Samstag, 21.09.2019 - 15:00 Uhr // Originalversion mit deutschem Untertitel
Ab 21.9.2019
Kanada, Katar, Schweden 2018
25 min.
Drehbuch & Regie
Meryam Joobeur
Darsteller
Mohamed Graïaa
Rayene Mechergui

Brotherhood

Um reale Erfahrungen mit jungen Islamisten, die als Freiwillige für den Islamischen Staat gekämpft haben, geht es in BROTHERHOOD. Der Film erzählt von dem tunesischen Hirten Mohamed, dessen Leben in Aufruhr gerät, als sein ältester Sohn Malik mit einer Frau aus Syrien nach Hause zurückkehrt.
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Samstag, 21.09.2019 - 15:00 Uhr // Originalversion mit deutschem Untertitel
Ab 23.9.2019
Sudan 2019
75 min.
Drehbuch & Regie
Marwa Zein

Oufsaiyed Elkhortoum (Khartoum Offside)

mit Gast: Marwa Zein

Am Stadtrand der sudanesischen Hauptstadt Khartum träumen Sara und einige ihrer sportbegeisterten Freundinnen davon, ein nationales Fußballteam zu gründen und an der FIFA-Weltmeisterschaft für Frauen teilzunehmen. Aber staatliche Unterstützung für Frauenfußball gibt es im Sudan nicht und in der islamistisch regierten Gesellschaft passt Fußball nicht zum traditionellen Frauenbild. Manchen gilt er gar als „unmoralisches Verhalten“, das laut Scharia mit Peitschenhieben bestraft werden sollte. Trotzdem verabreden sich die Frauen so oft wie möglich per Handys zum Training und dribbeln mit und ohne Kopftuch gekonnt mit dem Ball. In dem mutigen Kampf der Fußballerinnen um Selbstbestimmung ist schon die revolutionäre Leidenschaft zu spüren, die kurz nach dem Ende der Dreharbeiten zum Sturz der Jahrzehnte währenden Diktatur von Omar al-Baschir führte. Denn auch dabei spielten Frauen eine zentrale Rolle.
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Montag, 23.09.2019 - 18:00 Uhr // Originalversion mit deutschem Untertitel
Ab 24.9.2019
Frankreich, Griechenland, Polen, Südafrika 2018
105 min.
Drehbuch & Regie
Etienne Kallos

Die Stropers (The Harvesters)

Der Teenager Janno lebt gemeinsam mit seiner Familie und einer konservativen, religiösen Gemeinschaft im ehemaligen Oranje-Freistaat Südafrikas. In dieser rauen Welt der Buren, in der Zucht und Ordnung herrschen und die Geschlechterrollen klar verteilt sind, arbeitet der eher sensibel wirkende Janno hart auf der Farm seiner Eltern und versucht den Normen und Werten der Gemeinschaft strengstens zu entsprechen. Vor allem die Gunst seiner Mutter ist ihm dabei ein großer Lohn. Sein Leben ändert sich jedoch schlagartig, als eben diese den Waisenjungen Pieter mit nach Hause bringt und von Janno verlangt, den Fremden zum neuen Bruder zu machen. Pieter ist ein drogenabhängiger Straßenjunge und auf den ersten Blick abgehärteter als Janno. Die anfänglich brüderliche Beziehung zwischen den beiden jungen Männern entwickelt sich in THE HARVESTERS alsbald zu einem Machtkampf um elterliche Zuneigung. Etienne Kallos vermittelt in seinem Erstlingsfilm die Stimmung in Südafrikas „Bible Belt“ mit atemberaubenden Bildern: Mal agieren seine Figuren vor unendlich weiten, lichten Graslandschaften, mal in engen, düster beleuchteten Räumen. Einladungen zu Festivals in aller Welt und Auszeichnungen u. a. in Italien und Tunesien waren die Folge.
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Dienstag, 24.09.2019 - 17:00 Uhr // Originalversion mit englischem Untertitel
Ab 25.9.2019
Deutschland, Frankreich, Katar, Sudan, Tschad 2019
93 min.
Drehbuch & Regie
Suhaib Gasmelbari

Talking About Trees

Vier sudanesische Regisseure – vier Freunde: Eltayeb Mahdi, Manar Al Hilo, Ibrahim Shadad und Suleiman Mohamed Ibrahim gründeten 1989 den Sudanesischen Filmclub. Nach 30 Jahren des Exils, der Zensur und der Schließung von Kinos durch das diktatorische Regime wollen sie einen gemeinsamen Traum verwirklichen: die Wiedereröffnung eines verfallenen Freiluftkinos. Das Unterfangen wird zu einer Erinnerungsreise: Die Freunde lesen einander alte Briefe vor, betrachten gemeinsam alte Dokumente, Fotos und Filmclips und träumen von einem Sudan, in dem die Kunst und das Denken frei sind. Dabei sind die Schwierigkeiten, die es in dem krisengeschüttelten Land zu meistern gilt, um ein altes Kino zu restaurieren, enorm. Gasmelbari erzählt von der Geschichte des sudanesischen Kinos, und seine unangepassten Protagonisten wirken wie Vorboten der aktuellen politischen Umwälzungen in dem Land.
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Mittwoch, 25.09.2019 - 18:00 Uhr // Originalversion mit deutschem Untertitel
Ab 27.9.2019
Burkina Faso 2019
95 min.
Drehbuch & Regie
Abdoulaye Dao, Hervé Eric Lengani

Duga: Les Charognards

mit Gast: Hervé Eric Lengani

Boromo, Burkina Faso: Als Rasmané erfährt, dass sein Freund Pierre verstorben ist, macht er sich auf den Weg zu dessen Haus, um der Familie zu helfen, den Leichnam zur Beerdigung in sein Heimatdorf zu transportieren. Allerdings hat Rasmané die Rechnung ohne die traditionellen Dorfältesten gemacht, die strikt dagegen sind, dem ungläubigen Toten im Dorf die letzte Ehre zu erweisen. Für Rasmané beginnt damit eine Odyssee quer durch Burkina Faso, weil es sich als keineswegs einfach erweist, den Leichnam eines Mannes bestatten zu lassen, der nicht getauft war, keinen muslimischen Vornamen trug und zu Lebzeiten keiner der Religionsgemeinschaften des Landes angehört hatte. Beim FESPACO 2019 wurde die sozialkritische Satire mit zwei Preisen ausgezeichnet.
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Freitag, 27.09.2019 - 20:00 Uhr // Originalversion mit deutschem Untertitel
Ab 29.9.2019
Kanada, Katar, Libanon, Niederlanda, UK, USA 2018
99 min.
Drehbuch & Regie
Naziha Arebi

Freedom Fields

mit Gast: Naziha Arebi

Kurz nach dem arabischen Frühling träumt die libysche Frauenfußballmannschaft von ihrem ersten Länderspiel. Allerdings müssen sich die KickerInnen großem Widerstand stellen, der selbstbewussten Frauen in Libyen generell entgegengebracht wird. Auch Medienberichte mobilisieren konservative Kräfte, die die Ambitionen der Fußballerinnen vereiteln wollen. Über mehrere Jahre hinweg begleitete Naziha Arebi mit ihrer Kamera drei Frauen, die mit Entschlossenheit und Stärke um Handlungsspielräume kämpfen. Während das Land zunehmend in den Bürgerkrieg gleitet, müssen sie ihr Leben täglich neu erfinden. Unsicherheit wird zur Routine – sei es in der Öffentlichkeit oder im Privatleben. Doch die Protagonistinnen verfolgen ihren Traum weiter, erleben Ernüchterungen, nutzen neue Chancen und werden damit zu Vorbildern für eine neue Frauengeneration in Libyen.
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Sonntag, 29.09.2019 - 15:00 Uhr // Originalversion mit englischem Untertitel